Wunder Po
Nur Windeldermatitis oder Soor?Irgendwann im Windelalter ist jedes Baby einmal oder häufig auch mehrmals von einem wunden Po betroffen. Auslöser ist eine chemische Reaktion, die infolge des Zusammentreffens von Urin und Stuhl in der Windel abläuft. Durch zu große Abstände beim Windelwechsel wird die zarte Haut am Po des Babys in Mitleidenschaft gezogen. Aber auch säurehaltige Speisen und Getränke, beispielsweise aus Zitrusfrüchten oder auch exotischen Früchten können einen wunden Po begünstigen. Manche Babys reagieren auf bestimmte Rückstände oder Bestandteile in den Babywindeln. Neben einem lediglich geröteten Po tritt häufig ein Ausschlag auf, der nicht nur den Po, sondern auch die Genitalien und die Oberschenkel des Babys befällt. Es kommt zu Entzündungen und nässenden Stellen, die vor allem beim Reinigen des Pos sehr schmerzhaft für das Baby sind. Ist der Ausschlag sehr schlimm, ist das Baby sehr weinerlich und schläft nachts schlecht.
Manchmal entwickelt sich aus einer einfachen Windeldermatitis ein Windelsoor. Ein Soor wird zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika begünstigt, entweder wenn das Baby selbst Antibiotika bekommen hat oder wenn die Mutter Antibiotika nehmen muss und die Wirkstoffe auf die Muttermilch übergehen. Windelsoor kann aber auch andere Ursachen haben. So können Babys vor allem während der oralen Phase mit verunreinigten Gegenständen in Berührung kommen, die sie dann in den Mund nehmen. Bei einer Infektion mit Candida-Pilzen kommt es zunächst zu einem Mundsoor, der an weißen Belägen auf Zunge und Schleimhäuten erkennbar ist. Der Mundsoor wandert über den Darm in den Windelbereich. In diesem Fall ist die Gabe von antimykotischen Medikamenten unumgänglich. Zum einen erhält das Baby oral eine antimykotische Lösung, die die Pilze im Mund- und Rachenraum sowie im Magen-Darm-Bereich abtötet. Äußerlich wird im Windelbereich eine antimykotische Salbe aufgetragen. Bei einem Verdacht auf Soor sollte möglichst bald ein Arzt aufgesucht werden, der dann eine entsprechende Behandlung einleitet.
Handelt es sich jedoch um eine einfache Windeldermatitis, können die Eltern diese selbst behandeln. Am besten ist es, so viel Luft wie möglich an Babys Po zu lassen. Zum Reinigen sollten Einmalwaschlappen und Wasser verwendet werden. Nach dem Reinigen sollte der Po des Babys möglichst lufttrocknen, bevor eine neue Windel angelegt wird. Stillende Mütter können Muttermilch auf die entzündeten Stellen auftragen und diese trocknen lassen. Ansonsten schützen Ringelblumen- oder Zinksalben die empfindliche Haut des Pos bis zum nächsten Windelwechsel. Wenn bestimmte Nahrungsmittel der Auslöser waren, müssen diese natürlich vom Speiseplan gestrichen werden. Bei einer Unverträglichkeit der Windeln hilft oft schon das Umsteigen auf eine andere Marke. Solange die Haut des Babys nicht verheilt ist, müssen die Windeln häufiger als sonst gewechselt werden.