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Wie fühlen sich Wehen an

 
Eine pauschale Aussage darüber, wie sich Wehen anfühlen, kann schwer gemacht werden. Wehen sind nicht immer gleich, genauso wenig wie alle Schwangeren die Wehen gleich empfinden. Manche Frauen fühlen die Wehen überwiegend im Kreuz, andere im Unterbauch, dort wo der Muttermund durch die Kontraktionen der Gebärmutter auseinandergezogen wird und wieder andere Frauen spüren die Wehen vor allem in der Leistengegend und in den Oberschenkeln. Frauen, die die Wehen in den Oberschenkeln spüren, tun sich meist etwas schwerer, denn diese Art von Wehen lässt sich schwierig veratmen. Wie die Wehen empfunden werden hängt auch stark damit zusammen, ob die Schmerzgrenze der Frau eher niedriger oder höher ist.
 
Vorwehen oder Senkwehen fühlen sich an wie etwas stärkere Menstruationsschmerzen oder als ob ein Band um Bauch und Rücken straff gezogen würde. Diese Wehen sind gut auszuhalten, dennoch kann die Schwangere hier schon einmal das richtige Veratmen üben, damit sie für die Geburt gut gewappnet ist. Richtige Wehen nehmen an Intensität zu und werden immer regelmäßiger. Von regelmäßigen Wehen sprechen Hebammen meist dann, wenn sie in zehnminütigen Abständen kommen.


 
Glücklicherweise dauert es einige Stunden, bis Geburtswehen als wirklich schmerzhaft empfunden werden. So hat die Schwangere genug Gelegenheit, sich auf ihre Wehen einzustellen und die richtige Atemtechnik anzuwenden. Anfangs wird die Gebärende mit der im Geburtsvorbereitungskurs erlernten Atmung ganz gut zurecht kommen. Wenn die Geburt voranschreitet, die Abstände kürzer und die Wehen immer stärker werden, hat die Frau wahrscheinlich das Bedürfnis, geräuschvoll auszuatmen. Dieser Drang sollte nicht unterdrückt werden, denn er hilft dabei, sich und damit auch den Muttermund zu öffnen. Hebammen haben für dieses geräuschvolle Beatmen der Wehen, welches meist mit einem langgezogenen „Aaaaahhhh“ oder „Oooohhhh“ einhergeht, einen ganz eigenen Begriff: das Tönen.
 
Erst, wenn regelmäßige und effektive Wehen eingesetzt haben, hat die Geburt begonnen. Bei Erstgebärenden kann sich die Geburt über 24 Stunden oder sogar länger hinziehen. Das erfordert sehr viel Kraft. Bei weiteren Geburten verkürzt sich die Geburtsdauer oft merklich. Hier kann dann von einer Geburtsdauer von zehn bis zwölf Stunden ausgegangen werden. In der Übergangsphase von den Eröffnungswehen bis zur Austreibungsphase setzt bei vielen Frauen eine deutliche Erschöpfung ein, denn die Wehen kommen mit voller Wucht und fast ohne Pause, sodass die Frau das Gefühl hat, überrollt zu werden und die Kontrolle zu verlieren. Oft ist diese Phase zu erkennen an Äußerungen wie „Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, mach doch du hier weiter.“ In dem Moment können Geburtshelfer und Partner sich sicher sein, dass das Baby bald geboren sein wird. Und auch die Frau wird bei den Presswehen letzte Kräfte mobilisieren, um ihr Baby aktiv auf die Welt zu bringen.
 

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