Stillen
Mehr als nur gesunde ErnährungDass Muttermilch die beste Voraussetzung für die gesunde Ernährung eines Babys ist, dürfte hinreichend bekannt sein. Die Muttermilch steht immer in genau der richtigen Zusammensetzung und in der richtigen Menge zur Verfügung, wie das Baby sie gerade braucht. Die Beschaffenheit, Menge und Nährstoffgehalt passen sich über den Zeitraum des Stillens stets an den Entwicklungsstand und an die aktuellen Bedürfnisse des Babys an. Zwar bietet die Nahrungsmittelindustrie viele hochwertige Babynahrungen für die Flasche an, aber an die Qualität der Muttermilch wird dennoch keine Babynahrung heranreichen. Überdies ist das Stillen für die Mutter sehr bequem. Niemand muss zu nachtschlafender Zeit in der Küche stehen und Fläschchen zubereiten. Wenn das Baby im Elternbett oder in einem sogenannten Babybalkon schläft, der an dem Elternbett montiert wird, ist das nächtliche Füttern wesentlich stressfreier, was Mutter und Kind dabei hilft, schnell wieder einzuschlafen. Auch unterwegs muss nicht umständlich mit abgekochtem Wasser, Flasche und Milchpulver hantiert werden. Die Muttermilch steht immer sofort und in der richtigen Temperatur zur Verfügung.
Neben all diesen positiven Faktoren, die der Gesundheit des Babys und der Gestaltung des Alltags zugute kommen, hat das Stillen aber noch andere Vorteile. Das Stillen fördert die Beziehung zwischen Mutter und Kind, denn durch keine andere Form der Ernährung entsteht zwischen den beiden eine solche Nähe. Bei jeder Stillmahlzeit erfährt das Baby Liebe, Zuwendung und den so nötigen Hautkontakt. Die Mutter wiederum profitiert von den beim Stillen freigesetzten Hormonen, die ihre Bindung zu dem Baby jedes Mal ein wenig intensiver machen. Dieser Kuschelfaktor ist es, der das Stillen heute glücklicherweise für viele Mütter wieder attraktiver macht.
Dass das Stillen im Gegensatz zu früher nicht nur toleriert, sondern propagiert wird, macht es vielen Müttern leichter, sich für das Stillen zu entscheiden. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn stillende Mütter noch mehr Unterstützung erfahren würden. So ist zum Beispiel das Stillen in der Öffentlichkeit zwar etwas Natürliches, aber für viele dennoch ein Tabuthema. Oft werden Mütter vom Klinikpersonal oder von den Kinderärzten nicht hinsichtlich des Stillens unterstützt. Allzu oft und leider viel zu voreilig wird den Müttern, bei denen es mit dem Stillen nicht auf Anhieb so recht klappt oder deren Kinder wenig Gewicht auf die Waage bringen, zum Abstillen oder zum Zufüttern geraten. Das hat zur Folge, dass so manche schöne Stillbeziehung früher als geplant beendet wird. Wird ein Baby länger als die empfohlenen sechs Monate gestillt, ernten die Mütter vor allem von der älteren Generation Kommentare dahingehend, dass das Baby aber nun langsam einmal etwas Anständiges zu essen haben sollte. Mütter sollten hier vielmehr der Natur, ihrem Körper und ihrem eigenen Gefühl vertrauen, anstatt sich von Außenstehenden verunsichern zu lassen. Wer sich einmal gegen das Stillen entschieden hat, kann diesen Vorgang leider nicht wieder rückgängig machen. Nicht nur der Gesundheit ihres Babys, sondern auch der Mutter-Kind-Bindung zuliebe ist es besser, zum Stillen zu stehen, solange es beiden gefällt.
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