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Schwangerschaftsverlauf

 
Das erste Trimester
 
Woche 1 - 4
 
Die Schwangerschaftswochen zählen ab dem ersten Tag der letzten Periodenblutung. Da rein rechnerisch der Eisprung einer Frau bei einem 28-Tage-Zyklus in der Mitte liegt, also 14 Tage ab Beginn der Blutung, ist sie in den ersten zwei Wochen noch gar nicht schwanger. In den folgenden zwei Wochen merken die meisten Frauen auch noch nichts von ihrer Schwangerschaft. Sie haben vielleicht eine Ahnung, dass es geklappt haben könnte, von ersten Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit und Brustspannen sind sie aber noch verschont. Völlig unbemerkt beginnt im Inneren ein enormer Entwicklungsprozess. Direkt nach der Befruchtung beginnt die Eizelle sich zu teilen. Während sie durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter wandert, teilt sie sich in einem Fort. Irgendwann zwischen dem vierten und siebten Tag nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle in der Gebärmutter ein.


 
Woche 5 - 8
 
Eines der ersten sicheren Anzeichen für eine Schwangerschaft ist das Ausbleiben der Regel. Außerdem reagiert die Mutter empfindlich auf bestimmte Gerüche, der Geschmackssinn ist ausgeprägter als sonst. Bei den meisten Frauen beginnen die Brüste zu spannen und vor allen Dingen die Brustwarzen werden überaus empfindlich gegenüber Berührungen. Ein Schwangerschaftstest sollte aber nicht zu früh erfolgen, selbst wenn die Ungeduld groß ist. Zu Beginn der Schwangerschaft findet eine sogenannte natürliche Auslese statt und ein früher Abgang, als solcher bewusst wahrgenommen, kann für die Frau sehr belastend sein. Erst, nachdem die Regel eine Woche überfällig ist, sollte ein Test durchgeführt werden. Unangenehme Begleiterscheinungen in dieser frühen Phase des Schwangerschaftsverlaufs sind vor allem extreme Müdigkeit sowie Übelkeit. Die Übelkeit kann nur morgens auftreten oder den ganzen Tag anhalten. Leichte, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt beruhigen den Magen. Wichtig ist es, viel zu trinken. Die Schwangere sollte sich so oft es geht ausruhen. Nach der Einnistung teilen sich die Zellen des Embryos fleißig weiter und bilden sich zu Organen und Geweben aus. Es entstehen Rumpf, Kopf, das Gehirn und die Anlage für das kleine Herz. Etwa ab der sechsten Woche schlägt das Herz. Es befindet sich in diesem frühen Stadium noch außerhalb des Körpers.
 
Woche 9 - 12
 
Die wachsende Gebärmutter macht sich durch gelegentliches Ziehen in den Leisten bemerkbar. Das liegt daran, dass die Mutterbänder gedehnt werden und ist kein Anlass zur Sorge. Die Brust beginnt zu wachsen und ist immer noch berührungsempfindlich. Der Warzenhof wird dunkler und tritt dadurch deutlicher hervor. Manche Schwangere haben jetzt einen niedrigeren Blutdruck, der dazu führt, dass ihnen schwindelig wird und sie weniger leistungsfähig sind als sonst. Die Schwangere bekommt weichere Gesichtszüge und scheint von innen heraus zu strahlen. Der Embryo entwickelt an den Armen und Beinen winzige Finger und Zehen, die anfangs an Paddel erinnern. Das Gesicht entwickelt sich, außerdem bilden sich die Kiefer und die Anlagen für die Zähne aus. Über den Augen wachsen Lidfalten, die bis zum siebten Monat geschlossen bleiben. Am Ende der zwölften Woche hat das Baby bereits eine Körpergröße von rund 9 Zentimetern erreicht und wiegt etwa 20 Gramm.

Das zweite Trimester
 
Woche 13 - 16
 
Jetzt beginnt die schönste Phase des Schwangerschaftsverlaufs. Der Bauch beginnt sich zwar bereits zu runden, stellt aber noch keine Behinderung dar. Die Übelkeit ist bereits abgeklungen oder wird in der nächsten Zeit nachlassen. Der Appetit steigt und die Schwangere beginnt zuzunehmen. Auch der Busen wächst. In den Drüsen wird bereits die erste Vormilch gebildet. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft ist der ideale Zeitpunkt für einen letzten Urlaub zu zweit. Der Embryo hat sich zu einem Fötus entwickelt, bei dem bereits alle Organe angelegt sind. Arme und Beine sind voll ausgebildet und bewegen sich unermüdlich. Manchmal kann in der 16. Woche schon zu erkennen sein, ob im Bauch der Mutter ein Junge oder ein Mädchen heranwächst. Sichere Prognosen sind allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Das Baby hat jetzt das Zehnfache an Gewicht zugelegt. Es wiegt jetzt etwa 200 Gramm und ist ungefähr 15 Zentimeter groß.
 
Woche 17 - 20
 
Spätestens jetzt wird es Zeit, erste Umstandskleidung zu besorgen, denn der Bauch wächst auch für andere sichtbar. Die Schwangere nimmt jetzt pro Woche rund 400 Gramm zu. In diesen Wochen wird es aufregend, denn nun sind die ersten zarten Bewegungen des Kindes zu spüren. Zunächst fühlt es sich an wie Blähungen oder als ob kleine Fische im Bauch umher schwimmen. Mit der Zeit werden die Bewegungen des Kindes aber immer besser als solche wahrnehmbar. Schwangere, die ein Tagebuch führen, sollten dieses denkwürdige Datum auf jeden Fall notieren. Das Baby reagiert auf äußerliche und innerliche Reize. Ist die Mutter aufgeregt, beginnt es heftiger zu strampeln. Einer streichelnden Hand kommt es von innen entgegen. Es trinkt bereits Fruchtwasser und scheidet es später wieder aus. Manche Babys bekommen Schluckauf, was die Mutter durch rhythmische Bewegungen spürt. Beim Baby wächst die sogenannte Lanugo-Behaarung, die kurz vor der Geburt wieder verschwindet. In diesem Monat findet eine von drei in der Schwangerschaft vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen statt.
 
Woche 21 - 24
 
Nun ist die Schwangerschaft unübersehbar, denn der Bauch rundet sich immer mehr. Der Fundus steht jetzt ungefähr am Nabel. Auch die Brüste nehmen ständig an Gewicht zu. Die Schwangere legt diesen Monat ungefähr 2 Kilo zu. Das ist jedoch nur als Richtwert zu sehen, viele liegen drüber oder darunter. Pigmentflecken der Haut wie Sommersprossen oder Muttermale werden dunkler. Vom Schambein bis zum Bauchnabel kann sich eine braune Linie bilden, die aber nach der Geburt wieder verschwindet. Das Baby ist sehr aktiv. Es turnt und strampelt ordentlich. Es kann hören, fühlen und schmecken. Die Haut wird von der sogenannten Käseschmiere überzogen, die die empfindliche Haut vor dem Fruchtwasser schützt. Das Baby ist jetzt ungefähr 28 Zentimeter lang und 700 Gramm schwer.

Das dritte Trimester
 
Woche 25 – 28
 
Ab und zu wird der Bauch jetzt schon für kurze Zeit hart. Das ist kein Grund zur Sorge. Die Gebärmutter trainiert nur schon einmal für die Geburt, indem sie sich kurz zusammenzieht. Der Fundus steht jetzt ungefähr zwei Querfinger über dem Nabel. Das Baby lässt sich durch die Bauchdecke tasten. Bei der Vorsorgeuntersuchung werden die Herztöne abgehört. Aus der Brust kann schon Vormilch austreten. In diesen Wochen öffnen sich die Augenlider des Babys, die bis zu diesem Zeitpunkt geschlossen waren. Es kann hell und dunkel unterscheiden, etwa wenn die Sonne auf den Bauch der Mutter scheint, außerdem hört es, was außerhalb seiner kleinen Welt vor sich geht. Die Haare auf dem Kopf beginnen zu wachsen, ebenso die Wimpern und Augenbrauen. Das Gewicht liegt in dieser Phase bei einem bis eineinhalb Kilo.


 
Woche 29 – 32
 
Die Schwangere wird langsam kurzatmig. Das liegt daran, dass der Fundus bis unter den Rippenbogen steht und gegen das Zwerchfell drückt. Die Übungswehen, auch Vorwehen genannt, treten etwa ab der 30. Woche regelmäßig auf. Mehr als 15 mal am Tag sollten es aber nicht sein. Treten die Wehen öfter auf und sind von heftigen Kreuzschmerzen verbunden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, weil das ein Anzeichen auf eine bevorstehende Frühgeburt sein kann. Das Baby ist fast ausgewachsen und legt nun erste Fettpolster an, damit es für das Leben draußen gut gerüstet ist. Solange die Mutter in Bewegung ist, schläft es meistens. Wenn die Mutter sich hingegen ausruht, wird es aktiv und beginnt heftig zu strampeln. Auch Aufregung und Lärm quittiert das Kleine mit Strampeln. Es mag sanfte Musik und erkennt die Stimme von Eltern und Geschwistern, auch das Bellen des Hundes ist ihm vertraut.
 
Woche 33 – 36
 
Neben aller Freude auf das Baby haben die meisten Schwangeren jetzt mit so manchem Zipperlein zu kämpfen. Die wachsende Gebärmutter drängt alle anderen Organe zur Seite. Sodbrennen und Verstopfung sind die Folge. Der immer schwerer werdende Bauch führt zu Rückenschmerzen. Die Nächte werden unruhig, weil die Schwangere öfter zur Toilette muss oder schlecht träumt und dann nicht wieder einschlafen kann. Es kann zu Ödemen in den Beinen, im Gesicht und in den Fingern kommen. Das Baby bewegt sich jetzt nicht mehr ganz so viel, denn es ist schon ganz schön eng im Bauch. Die Mehrheit der Babys liegt zu dieser Zeit in der richtigen Geburtsposition, also mit dem Kopf nach unten. Würde das Baby jetzt geboren, könnte es ohne Hilfe atmen, denn die Lunge ist inzwischen ausgereift.
 
Woche 37 - 40
 
Ungefähr vier Wochen vor der Geburt rutscht das Baby durch die Senkwehen tiefer in das kleine Becken. Die Mutter kann wieder freier atmen und auch wieder größere Portionen essen. Die Gebärmutter übt unermüdlich. Meistens sind die Kontraktionen aber noch unregelmäßig. Erst wenn das Baby bereit ist für die Geburt, wird durch das Hormon Oxytocin die Gebärmutter zu regelmäßigen Kontraktionen angeregt, die an Kraft zunehmen und in immer kürzeren Abständen kommen. Das Baby wiegt meist zwischen 3 und 4 Kilo und ist rund 50 Zentimeter lang.
 


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