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Schreibabys

 
Ein Schreibaby bedeutet für die Eltern einen gewaltigen Kraftakt und verlangt ihnen auch nervlich eine Menge ab. Keine Mutter erträgt lange das Schreien ihres Babys. Wie viel schlimmer ist es dann, wenn das Baby fast rund um die Uhr permanent schreit – scheinbar ohne Grund – und sich durch nichts, aber auch gar nichts beruhigen lässt. Da geraten Eltern recht schnell an ihre Grenzen und sie sollten sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen. Von Schreibabys ist die Rede, wenn die Kleinen mehrere Stunden am Tag schreien und sich weder durch Wickeln, Stillen oder Herumtragen beruhigen lassen. Dieser Zustand dauert über mehrere Monate an und hört, anders als bei den 3-Monats-Koliken nicht nach spätestens vier Monaten auf. Die Ursachen für das anhaltende Schreien können vielfältiger Natur sein. Viele Babys, die bereits im Mutterleib dem seelischen Stress der Mutter ausgesetzt waren, entwickeln sich später zu Schrei-Babys. Ein traumatisches Geburtserlebnis kann ebenfalls der Auslöser für das viele Schreien sein. Dann gibt es Babys, denen es wesentlich schwerer als anderen fällt, sich in der Welt außerhalb des Mutterleibs zurechtzufinden. Erst, wenn sie wirklich „angekommen“ sind, wird auch das Schreien deutlich weniger. Manchmal entwickeln sich die sogenannten Schreibabys zu Schrei-Kleinkindern und später zu problematischen Kindern, die schwierig im Umgang sind.


 
Viele Eltern haben neben dem dauerhaften Stress durch das schreiende Baby auch noch Probleme mit ihrem Umfeld, die mehr oder weniger unbewusst vor allem die Mutter für das Schreien verantwortlich machen und dies mitunter recht deutlich durchblicken lassen. Auch Kinderärzte sind nicht immer die richtigen Ansprechpartner, wenn es um das ständige Schreien eines Babys geht. Der Kinderarzt sollte aber auf jeden Fall organische oder sonstige körperliche Ursachen für das Schreien ausschließen. Sind gesundheitliche Probleme ausgeschlossen, können die Eltern sich an eine Schrei-Ambulanz wenden. Allein durch die Gewissheit, dass sie mit dem Problem nicht allein dastehen und auch andere Eltern damit zu kämpfen haben, wird eine Menge Druck aus der ganzen Situation genommen. Die Eltern werden wieder seelisch stabiler, was sich bereits indirekt positiv auf das Kind auswirken kann.
 
Ansonsten ist Eltern mit Schreibabys zu raten, nicht zu viele Beruhigungstechniken auf einmal anzuwenden, denn dadurch kann das Baby noch nervöser werden und sich noch mehr in sein Schreien hineinsteigern. Besser ist es, zunächst einmal bei einer Technik zu bleiben und diese über mehrere Tage auszuprobieren. Erst, wenn diese Technik keinen Erfolg zeigt, kann etwas anderes ausprobiert werden. Als hilfreich hat sich das sogenannte Pucken erwiesen, bei dem die Babys eng in ein Tuch oder eine Decke eingeschlagen werden, sodass sie ein ähnliches Gefühl wie im Mutterleib erleben. Viele Schreibabys werden durch das Pucken wesentlich ruhiger. Andere bewährte Methoden sind viel körperliche Nähe, entweder im Tragetuch eng am Körper der Mutter oder durch Herumtragen, Schaukeln und Singen. Eltern eines Schreibabys sollten sich nach Möglichkeit bei der Betreuung abwechseln oder Verwandte oder Freunde um Hilfe bitten. Nur wer auch einmal ein paar Stunden für sich selbst hat, kann anschließend wieder mit neuer Kraft und Ruhe mit dem Baby umgehen.
 

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