Kaiserschnitt
Ein Kaiserschnitt wird aus verschiedenen Gründen durchgeführt. Ein geplanter Kaiserschnitt ist dann angeraten, wenn das Becken der Mutter und die Größe des Kindes in einem Missverhältnis stehen, bei nicht intakter Gebärmutter der Schwangeren, beispielsweise durch zurückliegende Operationen, Krankheiten der Mutter, bei denen sich das Kind während der Geburt anstecken könnte oder wenn die Plazenta vor dem Muttermund liegt. Weiterhin sind bestimmte Erkrankungen des Ungeborenen, Querlage oder Frühgeburt gute Gründe, die für einen Kaiserschnitt sprechen. Obwohl bei Zwillingsgeburten oft ein Kaiserschnitt in Erwägung gezogen wird, ist er hier nicht zwingend notwendig. Ebenso wenig bei einer Beckenendlage. Je nach Größe des Kindes kann hier ebenfalls eine natürliche Geburt angestrebt werden. Wenn es während der Geburt zu Komplikationen kommt, wird ein Notkaiserschnitt durchgeführt.
In letzter Zeit ist ein geplanter Wunsch-Kaiserschnitt in Mode gekommen. Dies sollte aber gründlich durchdacht werden. Der Mutter entgeht nicht nur das Erlebnis einer natürlichen Geburt, sie wird es nach der Geburt auch wesentlich schwerer haben, schließlich ist ein Kaiserschnitt eine Operation, die im Nachhinein mit wochenlangen Schmerzen einhergeht.
Beim Kaiserschnitt wird das Kind mit Hilfe eines Bauchschnitts aus der Gebärmutter geholt. Der ganze Vorgang dauert in der Regel eine Stunde. Die Operation kann unter Vollnarkose oder mittels Periduralanästhesie durchgeführt werden. Letztere Methode hat den Vorteil, dass die Mutter ihr Kind direkt nach der Geburt kennen lernen kann. Nachdem die Schwangere rasiert wurde, wird in der Bikinizone ein horizontaler Schnitt durchgeführt. Dabei wird schichtweise die Bauchdecke der Frau geöffnet. Zuletzt erfolgt das Öffnen des Uterus, um das Kind herauszuholen. Bei einem Kaiserschnitt mittels PDA wird das Kind nach der Geburt der Mutter auf den Bauch gelegt. Anderenfalls wird das Neugeborene von einer Kinderkrankenschwester versorgt. Nachdem das Kind geboren wurde, wird zunächst der Uterus wieder verschlossen, danach folgt ein schichtweises Vernähen der Bauchdecke.
Bei einer neueren Methode des Kaiserschnitts erfolgen nur wenige Schnitte. Der Rest der Bauchdecke wird, wo es geht, gedehnt oder gerissen. Nach der Geburt werden nur unbedingt notwendige Gewebe vernäht. Da die Wundränder ausgefranst sind, heilen sie normalerweise schneller wieder zusammen. Diese „Misgav-Ladach“-Methode trägt dazu bei, dass die Patientin schneller wieder mobil ist und weniger Schmerzen empfindet.