Fernstudium
Der Begriff Fernstudium besagt nicht automatisch, dass es sich um ein „reguläres“ Studium handelt, wie es an Universitäten oder Fachhochschulen geboten wird. Als Fernstudium werden auch solche Kurse beworben, die nicht auf einen regulären Studienabschluss ausgerichtet sind. In dem Fall wird die Teilnahme lediglich mit einer Urkunde bestätigt. Dieses Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit wissenschaftlichen Studiengängen, die einen staatlich anerkannten Abschluss ermöglichen.
Ein Fernstudium lässt sich nur schwer mit dem Studium an einer anderen Hochschule vergleichen, obwohl die Inhalte weitgehend gleich sind bzw. die gleichen Ansprüche an die Studierenden gestellt werden. Unterschiede ergeben sich vor allem daraus, dass es keinen Campus im herkömmlichen Sinne gibt. Sprich: Statt sich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen in Hörsälen oder Seminarräumen zu treffen, erfolgt der Austausch im virtuellen Raum. Dazu stellen Fernuniversitäten eigene Plattformen zur Verfügung. Sie dienen einerseits dazu, mit den Dozenten in Kontakt zu treten. Andererseits werden Lernmaterialen zum Download bereit gestellt und kann mit anderen Studierenden diskutiert werden. Lediglich zu Prüfungen besteht Anwesenheitspflicht, wobei die meisten Fernuniversitäten dezentral organisiert sind und an mehreren Orten Klausuren und Prüfungen schreiben lassen.
Ein Fernstudium erlaubt freie Zeiteinteilung
Weder an feste Zeiten noch an einen bestimmten Ort gebunden zu sein, ist der größte Vorteil eines Fernstudiums. Eltern haben so die Möglichkeit, ihr Lernpensum frei zu gestalten und können beispielsweise abends, wenn die Kinder schlafen, einige Lektionen bearbeiten. Ideal für alle, die einem Beruf nachgehen oder sich um ein Kind kümmern, ist die Option des Teilzeitstudiums. Die Inhalte sind entsprechend angepasst und aufgeteilt.
Von zu Hause zu arbeiten bzw. zu lernen, setzt allerdings voraus, sich selbst motivieren zu können. Auch wenn die Zeit weitgehend frei eingeteilt werden kann, muss man am Ball bleiben. Denn für einen erfolgreichen Abschluss des Studiums ist eine Reihe von Prüfungen und Scheinen nötig. Dafür muss (oder sollte) man lernen. Als recht hilfreich erweisen sich dabei Lerngruppen vor Ort. Ob es eine solche Gruppe gibt oder Interesse daran besteht, lässt sich sehr schnell online abklären. Gemeinsam lernt es sich einfach besser und können Fragen direkt angesprochen werden. Vielleicht finden sich ja auch mehrere befreundete Eltern, die sich für ein Fernstudium begeistern lassen.
Die Studienzeit nicht unterschätzen
Bleibt die Auswahl des Studiengangs: Grenzen werden hier vor allem durch die Zugangsvoraussetzungen gezogen, beispielsweise Sprachkenntnisse, die nachgewiesen werden müssen. Ansonsten bieten Fernuniversitäten nahezu das komplette Spektrum an Fächern und Abschlüssen, zumindest im geisteswissenschaftlichen Bereich. Bevor man sich für einen Studiengang entscheidet, sollte man die nötigen Informationen anfordern und – falls möglich – an einer Informationsveranstaltung teilnehmen. Nur so ist gewährleistet, dass man nicht die Katze im Sack kauft. Berücksichtigt werden sollten zudem die Studienzeit und die Kosten. Sie müssen über die gesamte Zeit aufgebracht werden zuzüglich der Ausgaben für Bücher und Lernmaterialien. Deshalb sollte das Studium nicht nur zum Zeit-, sondern auch zum Haushaltsplan passen.