Die drei Phasen der Geburt
Eröffnungsphase
Die Eröffnungsphase beginnt mit dem Auftreten regelmäßiger Wehen, die zunächst im 10-Minuten-Takt kommen, später werden die Abstände immer kürzer. Das Hormon Oxytocin bewirkt, dass es zu regelmäßigen Kontraktionen der Gebärmutter kommt. Dabei zieht sich der obere Gebärmutterhals immer mehr zusammen. Mediziner und Hebammen sagen dazu, er verstreicht. Während der Wehen weichen die unteren Bereiche der Gebärmutter immer mehr zurück und der Muttermund beginnt sich zu öffnen. Die Eröffnungsphase dauert im Durchschnitt 12 Stunden, kann aber bei Erstgebärenden wesentlich länger dauern. Die Eröffnungsphase bei Mehrgebärenden kann deutlich kürzer ausfallen und nur noch sechs bis acht Stunden betragen. Diese erste Phase der Geburt ist beendet, wenn der Muttermund auf 10 Zentimeter geöffnet ist. Viele Frauen spüren am Ende dieser Phase, wie der Kopf des Kindes tiefer rutscht.
Austreibungsphase
Die Austreibungsphase besteht im Grunde aus zwei Phasen. Mediziner sprechen dabei von einer frühen Austreibungsphase, die dem eigentlichen Pressvorgang vorhergeht. Oft kommt es bei den ersten Wehen der Austreibungsphase zu einem Blasensprung. Liegt das Kind zu hoch, wird die Fruchtblase oft künstlich gesprengt, damit der Kopf des Kindes tiefer tritt und der Geburtsvorgang beschleunigt wird. Die Austreibungsphase ist für die Frau sehr anstrengend, denn die Wehen haben jetzt deutlich an Kraft zugelegt und kommen fast ohne Pause. Ist die Blase geöffnet, kann das Kind in den Beckeneingang eintreten. Bei diesem Eintritt erfolgt ein Drehen des Kopfes, was für viele Gebärende deutlich spürbar ist. Die Austreibungsphase zieht sich bei Erstgebärenden über zwei Stunden hin, bei Mehrgebärenden ist diese Phase kürzer. Danach beginnt die Pressphase. Hier empfindet die Frau einen starken Druck auf den Enddarm, weil der Kopf des Kindes dagegen drückt. Angetrieben vom eigenen Pressdrang und unter Anleitung der Hebamme presst die Frau während der Wehen mit. Oft wird ein Dammschnitt durchgeführt, damit der Kopf des Kindes leichter durchtreten kann. Nachdem der Kopf geboren wurde, folgen bei der nächsten Wehe die vordere Schulter und der Rest des Körpers. Bei Erstgebärenden dauert die Pressphase zwischen 30 und 40 Minuten, bei Mehrgebärenden reichen oft schon zwei oder drei Presswehen, bis das Kind geboren ist.
Nachgeburtsphase
Von der letzten Phase der Geburt bekommt die Mutter meistens nicht mehr allzu viel mit, weil sie viel zu sehr mit ihrem Baby beschäftigt ist, was ihr nach der Geburt auf den Bauch gelegt wurde. Bei der Nachgeburtsphase wird die Plazenta geboren. Normalerweise sollte die Plazenta 10 bis 30 Minuten nach der Geburt abgelöst sein. Nachdem die Plazenta geboren wurde, wird sie von den Geburtshelfern eingehend untersucht, um auszuschließen, dass Teile davon in der Gebärmutter verblieben sind. In diesem Fall müsste eine Ausschabung erfolgen, um Infektionen zu vermeiden. Nachdem die Geburt abgeschlossen ist, werden eventuelle Geburtswunden versorgt. Dazu gehört das Nähen eines Dammrisses oder Dammschnitts.