Abstillen
Wann und wie?Zunächst einmal gilt: Gestillt werden kann so lange, wie Mutter und Kind sich dabei wohl fühlen. Niemand muss abstillen, weil anderen Leute komisch reagieren, weil das Kind beispielsweise mit über einem Jahr immer noch gestillt wird. Solange die Mutter damit gut leben kann und das Stillen genießt, sollte sie sich nicht beirren lassen und das Kind so lange stillen, wie es beiden gefällt. Wenn das Kind den Zeitpunkt selbst bestimmen kann, wann es vom Stillen genug hat, ist das Abstillen am wenigsten problematisch. Oft besteht das Stillen zum Ende hin ohnehin nur noch aus einer Mahlzeit am Tag, die mehr dem Kuscheln als der Nahrungsaufnahme dient. Oft wird in den frühen Morgenstunden oder abends vor dem Einschlafen gestillt. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, dass das Kind von sich aus den Kopf abwendet, wenn es die Brust angeboten bekommt. Geschieht dies über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen, ist die Stillzeit vom Kind aus beendet. Dadurch, dass bereits vorher nicht mehr viel Milch produziert wurde, stellt auch die nicht mehr vorhandene Nachfrage normalerweise kein Problem dar. Die Brust stellt die Produktion ein, ohne dass dies der Mutter Probleme bereitet.
Manchmal muss das Kind jedoch schon früher abgestillt werden. Das kann verschiedene Gründe haben. Manchmal sind gesundheitliche Probleme bei Mutter oder Kind der Grund dafür, dass nicht mehr gestillt werden kann. Frauen mit erneutem Kinderwunsch müssen manchmal auf das Stillen verzichten, damit sich der Zyklus einpendelt und es zu einer Empfängnis kommen kann. Wenn Beruf und Stillen sich nicht oder nur schwer vereinbaren lassen, werden die meisten Mütter sich ebenfalls schweren Herzens für das Abstillen entscheiden. Allerdings gibt es auch Mütter, die nach neun Monaten Schwangerschaft und den empfohlenen sechs Monaten Stillen ihren Körper wieder für sich haben möchten und das Füttern auch einmal jemand anderem übertragen möchten. Das ist ebenso in Ordnung.
Je sanfter das Abstillen vonstatten geht, umso besser ist es für beide Seiten. Wenn keine gesundheitlichen Faktoren für ein abruptes Abstillen sprechen, kann sich dieser Vorgang über ein paar Wochen hinziehen. Dabei sollte nach und nach jeweils eine Stillmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit ersetzt werden. Dadurch hat das Kind Gelegenheit, sich an die neue Form der Nahrungsaufnahme zu gewöhnen. Die weibliche Brust kann nach und nach die Milchproduktion einstellen, wenn die Nachfrage kontinuierlich sinkt. Dadurch kommt es seltener zu einem Milchstau. Um das Abstillen zu unterstützen, kann die Mutter Kräutertees trinken, die die Milchproduktion hemmen. Dazu gehören Salbei und Pfefferminze. Gleichzeitig sollte die tägliche Trinkmenge auf ein Minimum reduziert werden. Auch das führt dazu, dass weniger Milch produziert wird. Wer von einem auf den anderen Tag abstillen muss, bekommt vom Arzt sogenannte Abstilltabletten, die dafür sorgen, dass keine Muttermilch mehr produziert wird.